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Faszienrelease und wandernde Punkte

Ein Faszienrelease durch die Laserakupunktur kann für den Hund eine große Erleichterung bedeuten. Von außen ist jedoch meist nicht viel zu sehen. Manchmal bekomme ich von den Hunden unbezahlbare Reaktionen wie "erstauntes gucken", "einmal tief durchatmen nachdem die Augen kurz aufgerissen werden" oder einfach ein zufriedenes "vor sich hin schnorcheln". Umso mehr finde ich es schade, dass ich den Besitzern oft nicht zeigen kann, wie sehr sich das Gewebe an einer schmerzenden Stelle in wenigen Minuten verändert hat. Bis ich festgestellt habe, dass meine kurz auf die Laserakupunktur geklebten Tapes gerne mal "wandern". Daher habe ich mit Dix einen kleinen Versuch gemacht, den ich euch heute vorstellen möchte. Wie schnell und extrem die Veränderung ist, hat selbst mich echt sprachlos gemacht.

Kurzer Hintergrund zu der Faszientherapie:

Die Faszienbehandlung ist mit eine der wichtigsten Punkte in der Physiotherapie. Körperwahrnehmung, Stoßdämpferfunktion, Transportweg und Ernährung, physiologische Barriere oder Stabilitätsfunktion sind nur einige Aufgaben der Faszien. Besteht ein Problem im Bewegungsapparat, haben meist auch die Faszien ein Problem. Bei inneren Erkrankungen können sie auf Grund des Segmentalreflektorischen Komplexes ebenfalls mit betroffen sein. Durch die Vielzahl an Mechanorezeptoren können Faszienverklebungen oder Verspannungen alleine bereits zu immensen Schmerzen und Lahmheiten führen. Mit der Lasertherapie können Faszien effektiv und schmerzfrei gelöst werden. Wenn ihr weitere Infos zu den Faszien möchtet, schaut gerne in meinen Artikel "Was Faszien alles können".

Dix hat ein Problem mit seinen Knien, ebenso mit der Hüfte - daher ist es nicht überraschend, dass auch die lumbosakrale Faszie immer wieder Probleme macht. Um den Behandlungserfolg durch die Faszienpunktur nach Peter Rosin also sichtbar zu machen, habe ich ihm zwei blaue Punkte links und rechts auf gleicher Höhe etwas cranial neben dem Becken aufgeklebt. Mein Ring-bzw. Zeigefinger liegt immer als Vergleichsreferenz auf den beiden Tuber sacralia.

Nach der Behandlung der linken Seite wandert der linke Punkt deutlich nach oben bzw. cranial (obwohl Dix auf einem Bild nach links schaut). 10 Minuten nach der Behandlung hat es sich noch einmal deutlich verschoben. Es sieht außerdem so aus, als würde der rechte Punkt nach unten wandern. Die linke Seite der Faszie wurde gelöst, die rechte Seite steht immer noch unter vermehrter Spannung. Sie zieht also die Punkte in Richtung rechts.

Nach der Behandlung der rechten Seite löst sich dieser Effekt wieder auf. Der rechte Punkt kommt wieder weiter nach oben. Insgesamt ist der Abstand der Punkte zu den T. sacralia in Richtung cranial am Ende etwas größer. Für mich wirklich eine eindrucksvolle Verschiebung der Punkte, bedenkt man die Größe meines Terriers. Faszien inserieren an Knochenfortsätzen und ich denke so kann man sich nun besser vorstellen, welche Einwirkungen eine Verspannung der Faszien nach sich zieht - Blockaden, Fehlhaltungen, Schmerzen und Lahmheiten.